Drei unterschätzte Kennzahlen bei LinkedIn

Der neue LinkedIn-Algorithmus (360Brew) bewertet Inhalte weniger danach, OB mit ihnen interagiert wird – sondern danach, wie INTENSIV sich Menschen mit ihnen beschäftigen. Drei Kennzahlen spielen dabei eine entscheidende Rolle: Dwell Time, Consumption Rate und Completion Rate.

Dwell Time: Bleiben Menschen an Ihrem Beitrag hängen?

Die Dwell Time (Verweildauer) misst, wie lange Leser*innen bei Ihrem Beitrag verweilen, bevor sie weiterscrollen. Je länger sie innehalten, desto relevanter schätzt LinkedIn den Beitrag ein und desto stärker wird er ausgespielt. Deshalb ist der Einstieg so wichtig: Die ersten Zeilen – der sogenannte „Hook“ – entscheiden, ob jemand innehält oder weiterzieht. Prüfen Sie vor dem Posten selbst: Würde ich hier stoppen oder weiterscrollen?

Consumption Rate: Wie viel Ihres Inhalts wird wirklich konsumiert?

Diese Kennzahl zeigt, wie viel Ihres Inhalts tatsächlich gelesen oder angeschaut wird. Wenn ein Karussell-Post beispielsweise zehn Seiten hat und die meisten Leser*innen bei Seite drei aussteigen, liegt die Consumption Rate bei 30 Prozent. Für den Algorithmus ist das ein negatives Signal: Dieser Inhalt war nicht überzeugend genug, um dranzubleiben. Als Faustregel gilt: Unter 75 Prozent Consumption Rate wird es schwierig, nachhaltige Reichweite aufzubauen. Für die Contentproduktion bedeutet das: Jede Seite muss neugierig auf die nächste machen.

Completion Rate: Wer bleibt bis zum Schluss?

Die Completion Rate misst, wie viele Leser*innen bis zur letzten Zeile (oder zur letzten Seite des Karussells) durchhalten. Die gute Nachricht: Schon etwa 25 Prozent reichen aus, damit LinkedIn die Distribution deutlich verstärkt – vorausgesetzt, dieser Wert wird regelmäßig erreicht.

Drei praktische Konsequenzen für Ihre Beiträge
  1. Schreiben Sie für die Leser*innen, nicht für den Algorithmus. Denn der belohnt genau das, was auch Menschen schätzen – Klarheit, Relevanz und Spannung.
  2. Kürzen Sie radikal. Alles, was keinen Mehrwert liefert, senkt die Consumption Rate. Prägnanz ist kein Stilmittel, sondern ein Performance-Faktor.
  3. Bauen Sie einen roten Faden ein. Ein guter LinkedIn-Post funktioniert wie eine kleine Story: Einstieg, Spannungsaufbau, Auflösung. Damit steigt automatisch die Completion Rate.

Bevor Sie Ihren nächsten Beitrag posten, stellen Sie sich eine ehrlicher Frage: Würde ich daran hängenbleiben und ihn bis zum Ende lesen? Wenn die Antwort „Nein“ lautet: Überarbeiten Sie ihn – oder lassen Sie ihn lieber unveröffentlicht.

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